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as wahrscheinlich wertvollste Landschloss des Barock-Klassizismus in Österreich.
Schon im 13. Jahrhundert wird am Fuße des Wagrams eine Festung erwähnt.
Der Hofkammerpräsident Reichart Streun von Schwarzenau (1538-1600) erwirbt die Herrschaft und lässt um 1570 ein Wasserschloss errichten. Dieses Bauwerk fällt 1696 den Flammen zum Opfer.
Adrian Wenzel Graf Enkevoirt (1660-1738), kaiserlicher Kämmerer und geheimer Rat, kauft 1698 das ausgebrannte Renaissanceschloss. Nach ersten Umbauarbeiten um 1700 betraut Graf Enkevoirt die Baumeister Domenico Martinelli (1650-1718) und dann Josef Emanuel Fischer von Erlach (1693-1742) mit der Planung. Der spätbarocke, klassi-zistische Entwurf gelangt ab 1725 zur Ausführung, bleibt aber (angeblich?) unvollendet.
Der prachtvoll angelegte, viergeschoßige Bau ist von einem trockengefallenen Wassergraben umgeben. Durch das dreischiffige Foyer betritt man den Hof, dessen Ecken halbrund vorgebaut sind. Gegenüber liegt die Schlosskapelle mit dem Bildnis Mariae Verkündigung von Franz Anton Maulpertsch (1724-1796) (Kopie, Original in der Österreichischen Galerie).
Über der ehemaligen herrschaftlichen Wohnung im Mezzanin befinden sich die Prunkräume der Bel Etage, deren reichhaltige Stukkatur von Santino Bussi stammt. Der Festsaal ist als original barocke Baustelle erhalten, die Mauerauskragungen lassen noch die Üppigkeit der geplanten Marmorausstattung erahnen.
Das oberste Stockwerk war Gästen vorbehalten. Im Souterrain befinden sich noch Reste des abgebrannten Wasserschlosses aus der Renaissancezeit. Vor der nach Osten gerichteten Hauptfront des Schlosses, zu der eine vierfache bestandene Lindenallee führt, liegt ein großes steinernes Bassin, ehemals mit 8 Meter hoher Fontäne.
Die ausgedehnten Gartenanlagen sind nur noch in Resten vorhanden. Der große südliche Teil des Parks, der im englischen Stil angelegte “Wildpark”, wurde teilweise als Gehege genutzt, westlich lagen ausgedehnte
Obst- und Gemüsegärten. Zum Wagram hin umrahmen Wirtschaftsgebäude die Anlage.
Nach dem Revolutionsjahr 1848 und der Auflösung der Grundherrschaft 1849 beginnt der allmähliche Verfall des Schlosses: es wird zweckentfremdet. "Baron" Eisler nutzt es als Stärkefabrik, später produziert man Seife. 1920 kauft es der Industrielle Dr. Guido Bunzl “auf Abbruch“, verwirft diese Absicht aber. Während des 2. Weltkrieges ist das Schloss Kunstdepot, danach wieder in den landwirtschaftlichen Betrieb integriert und schließlich funktionslos.
Viele der wertvollen Ausstattungsdetails wurden an öffentliche oder private Interessenten verkauft. Die barocken Figuren des Schlossparks wurden in andere Schlösser und Parks verbracht (z.B. einige Figuren nach Schloss Klesheim in Salzburg, viele Vasen und Sockeln nach Schloss Leopoldskron, Diana ins Barockmuseum Salzburg, zwei Sphingen nach Schloss Baumgarten bei Mautern, die Ceres nach Schloss Litzlberg, 2 weitere Figuren in Wiener Palais).
Herrn Gerhard Zehethofer gelang der Erwerb des dem Verfall preisgegebenen Schlosses und er beabsichtigt, dieses im Zuge einer langfristigen und sanften Restaurierung für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen zu öffnen, um so eines der wertvollsten Landschlösser Österreichs zu erhalten.
Das Schloss soll nun weitblickend sanft restauriert werden. Wir bitten um Ihre Unterstützung.
Spendenkonto: VBK BLZ 41050; Kontonr. 30222250000
Wenn Sie Interesse haben, teilen Sie uns das bitte mit.
Sie werden dann in unsere Datenbank aufgenommen und über alle Aktivitäten informiert.
Mag. Dipl.-Ing. Gerhard Zehethofer
Schloss Thürnthal
A-3481 Fels am Wagram
Tel.: 0699/143 012 07
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